14. Landessynode der badischen Landeskirche eröffnet
Mit einem Festgottesdienst in Bad Herrenalb hat die konstituierende Tagung der neuen Landessynode begonnen
Bad Herrenalb/Karlsruhe, (18.10.2026). Mit der Einführung und Verpflichtung der Synodalen im Rahmen eines Festgottesdienstes wurde am Sonntagabend in der Klosterkirche in Bad Herrenalb die konstituierende Tagung der 14. Landessynode der Evangelischen Landeskirche in Baden eröffnet. Zu Beginn der sechsjährigen Amtsperiode wird das erste Arbeitstreffen im Haus der Kirche geprägt sein von zahlreichen Wahlen und organisatorischen Entscheidungen – unter anderem von der Neuwahl des Präsidiums und den Vertreterinnen und Vertretern im Landeskirchenrat. Darüber hinaus beraten die Synodalen bis Donnerstag, 22. Oktober, über erste inhaltliche Vorlagen.
„Die Herausforderungen der letzten Amtsperiode sind nicht vorbei, auch wenn wir Lösungswege erarbeitet haben“, machte Synodalpräsident Axel Wermke gleich zu Beginn der Herbsttagung in seinen Begrüßungsworten deutlich. „Die vier großen Themen Finanzen, Personalgewinnung, Mitgliedergewinnung und Strukturveränderungen werden uns auch weiter beschäftigen.“
66 Synodale – 55 Gewählte und 11 Berufene - bilden derzeit die 14. Landessynode der badischen Landeskirche. Zwei Nachwahlen und zwei Berufungen stehen noch aus. 45 Prozent und damit fast die Hälfte der Mitglieder sind neu. „Sie bringen neue Ideen mit und neuen Schwung“, betonte Wermke. Dieser Wechsel zeige den demokratischen Aufbau der Landeskirche und die Mitverantwortung, die sich in allen Gremien widerspiegele.
„Räume für die Freiheit der Kinder Gottes schaffen – das ist und das bleibt unsere Aufgabe als Kirche. Lebendig, frisch, sichtbar und hörbar“, betonte Landesbischöfin Heike Springhart in ihrer Predigt. Dafür brauche es guten Mut, frische Ideen, die Verwegenheit, Fragen zu stellen und mit überraschenden Einsichten zu rechnen – unabhängig davon, ob man ganz neu in der Landessynode sei oder schon viele Jahre oder gar Jahrzehnte.
„Dafür braucht es auch das Vertrauen in das Miteinander der verschiedenen Leitungsorgane“, so die Landesbischöfin weiter. „Erst einmal damit zu rechnen, dass die, die sich engagieren, das Beste für die Kirche wollen – ob in den Gemeinden oder im Evangelischen Oberkirchenrat, ob in der Landessynode oder im Kollegium. Wir alle miteinander sind auf der Suche nach dem, was die Kirche weiter wachsen und blühen lässt und in der Verantwortung an den verschiedenen Orten und mit unterschiedlichen Rollen konstruktiv zu gestalten. Gestalten, nicht verwalten.“
Nach dem festlichen Eröffnungsgottesdienst, den der Motettenchor Pforzheim und Landeskirchenmusikdirektor Kord Michaelis musikalisch gestalteten, wird die Herbsttagung am Montag mit der ersten öffentlichen Plenarsitzung fortgesetzt. Dabei werden die ständigen Ausschüsse gebildet und die Vorschläge für die Wahl des Präsidiums der Landessynode, des Ältestenrats und des Landeskirchenrats vorgestellt.
Als besonderer Gast wird am Nachmittag der baden-württembergische Landtagspräsident Thomas Strobl (CDU) auf der Tagung erwartet. Er wird ebenso ein Grußwort sprechen wie der Freiburger Weibischof Peter Birkhofer. Zudem wird der Vorsitzende der Israelitischen Religionsgemeinschaft Baden, Rami Suliman, die Landessynode am Montag besuchen.
Weitere Informationen zur Herbsttagung der Landessynode und der vorläufige Zeitplan gibt es im Internet unter: www.ekiba.de/landessynode/herbsttagung2026
Hintergrund
Landessynode
Die Landessynode ist eines der vier Leitungsorgane der Evangelischen Landeskirche in Baden. Sie setzt sich aus gewählten und berufenen Mitgliedern zusammen und wirkt beschließend und beratend an der Leitung der Landeskirche mit. Zu ihren wichtigsten Aufgaben gehören die Verabschiedung kirchlicher Gesetze, die Beratung grundsätzlicher Fragen des kirchlichen Lebens sowie die Wahl wichtiger Leitungsämter der Landeskirche.
Landeskirchenrat
Der Landeskirchenrat ist das zum Dienst an der Kirchenleitung bestimmte Organ der Landeskirche. In ihm arbeiten synodale Vertreterinnen und Vertreter, die Landesbischöfin oder der Landesbischof sowie weitere Mitglieder der Kirchenleitung zusammen. Er berät Gesetzesvorlagen, trifft zentrale Leitungsentscheidungen und wirkt unter anderem bei Personalentscheidungen der Landeskirche mit.





